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Mephisto von Klaus Mann - LESUNG Stefan Wilkening

Samstag, 29.06.2019

Einlass: 19:45
Beginn: 20:00
Eintritt: 16 €

Es liest: Stefan Wilkening • Lesefassung von Tristan Berger

»Opportunismus ist quasi eine Schlüsselfunktion des Schauspielerberufes« – ein maliziöses Resümee, das Jörg Hube im Frühjahr 2009 gegenüber seinem Metier zog: »Grade in meinem Gewerbe, ist man doch immer in dem Zustand, dass man jede Schmeichelei schluckt.«
Vermutlich deshalb wurde für Jörg Hube Klaus Manns »Mephisto« – die exemplarische Geschichte über Anpassung und Widerstand, Karrieredenken und künstlerische Moral – zu einem Text, der ihm, dem Nicht-Opportunisten, aus dem Herzen sprach.
Klaus Mann erzählt die Geschichte des begnadeten Schauspielers Hendrik Höfgen, dem die Rolle des »Mephisto« aus Goethes Faust auf den Leib geschrieben scheint. Höfgen geht mit den Mächtigen des Nationalsozialismus einen Teufelspakt ein und macht eine glanzvolle Karriere als Staatsintendant im Dritten Reich. 1936 entstanden, wird »Mephisto« oft als Schlüsselroman seiner Zeit bezeichnet, da Klaus Mann in ihm den Typus des intellektuellen Mitläufers in einem Unrechtsregime beschreibt, der sich mitschuldig macht, indem er
sich den Mächtigen quasi als Hofnarr andient.
Mit Klaus Manns »Mephisto« trat Jörg Hube am 21. Mai 2009, dem 60. Todestag von Klaus Mann, im Münchner Gasteig ein letztes Mal vor sein Publikum.
Stefan Wilkening, Falckenberg-Schüler und mit Unterbrechungen bis 2011 im Ensemble von Dieter Dorn engagiert, erinnert sich an seinen Lehrer Jörg Hube: »Von ihm habe ich vor allem Genauigkeit in der Arbeit und eine absolut handwerkliche Spielweise erlernt. Er forderte immer wieder politische Integrität ein, Haltung zum Beruf, auch Höflichkeit anderen gegenüber.«


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