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DOPPELKONZERT: Philip Bradatsch & Zitronen Püppies

Samstag, 02.03.2019

Einlass: 20:15
Beginn: 20:30
Eintritt: 22 €

20.30 Uhr - Philip Bradatsch
Pause gg 21.30
21.45 Uhr - Zitronen Püppies

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Konzert Philip Bradatsch - Ghost on a string

Es gibt 1000 Arten, unterwegs zu sein. Man kann, wenn man will, immer in den gleichen 10 Clubs spielen, man kann es aber auch machen wie Philip Bradatsch: Der steht Jahr für Jahr gute hundertmal auf den Brettern. Ranzige Kellerbühnen, schicke Indieläden, kleine und größere Festivals, dutzende Pubs, Raucherkneipen an zwielichtigen Ecken – dieser Mann ist zäh. Zählt Monat für Monat die Scheine für Miete, Essen, Kippen und Benzin, seit bald zehn Jahren schon. Die Mutter Krankenschwester, der Vater Maschinenschlosser: Man möchte meinen, er hätte es besser wissen können – hat er aber nicht.
Jetzt stellt er sein neues Album Ghost On A String vor, und man darf froh sein, dass der Gute das Leben des letzten fahrenden Sängers nie aufgegeben hat – zu viele Geschichten stecken hier drin, die sonst verschüttgegangen wären. Geschichten von Heizkörpern, die Herz und Seele wärmen mögen, von den Outsidern, den Abgehängten, von der Zukunft, die vielleicht trotz allem gut wird. Von explodierenden Sternen, von der Liebe, von der Absurdität, die allem innewohnt. Von einem Geist an den Fäden des Puppenspielers, von der totalen Resignation und von der absoluten Freiheit, die eben darin liegt.
Denn Philip Bradatsch weiß, dass es sie gibt. Virtuos an der Gitarre, bringt er spontan Melodien hervor, die so schön sind, dass man für die Dauer des Albums vergisst, dass heute kein Mensch mehr Alben macht. Oder hört. Er entwirft Klangwelten, rau, geheimnisvoll, wütend, gut – trägt vergessene Bilder ins Bewusstsein, verwundert und berührt.
Seine Songs öffnen das Ohr für alte und neue Einflüsse, für einen Augenblick kommen einem die späten Beatles in den Sinn, die Hymnen Tom Pettys und immer wieder etwas Neues, Altes, das seltsam einfach klingt, aber groß, und trotzdem nie überladen. Jeder Ton macht Sinn, man hört die Platte noch einmal und noch einmal und wartet jedes Mal wieder auf diese fast hörbare Atempause, auf das kleine Knarzen auf dem Griffbrett – und ist glücklich.
Philip Bradatschs Stimme rebelliert, resigniert, tröstet, träumt – und man denkt, der weiß mehr. Vielleicht tut er das ja auch. Und wenn nicht, dann macht er uns wenigstens glauben, dass die Weite der Welt ihre Romantik und Tiefe noch nicht vollends verloren hat.

https://www.philipbradatsch.com/

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Konzert Zitronen Püppies - Bambis Rache

Alexander Lange (Schlagzeug)
Johannes Maria Haslinger (Gitarre/Gesang)
Florian Seemann (Bass/Gesang)​
 ...seit 2017 fast ununterbrochen dabei "the lemon orchestra": Fabian Weinzierl (Sounds/Percussion)


Zitronen Püppies, angeblich die kurz-knackige sprachliche Fusion von Punk und Hippies, Gemunkelt wird allerdings auch, dass es darum ging, nicht auch noch den hundertsten bayerisch klingenden Bandnamen unter die Leute zu bringen. Das ist der Band definitiv gelungen. Hier geht es übrigens nicht um rosa Barbiepuppen oder rehäugig-hauchende Schmollmund-Mädels, die Zitronen Püppies sind drei Jungs aus dem Bayerischen Wald. Was Johannes M.Haslinger (Gitarre & Gesang), Florian Seemann (Bass & Gesang) und Alexander Lange (Schlagzeug) hier vorlegen sind kompakte Pop-Rock-Songs.
Und dass die Zitronen Püppies dabei ihre punkigen Anfänge nicht verleugnen, es gibt sie immerhin schon seit 10 Jahren, macht die Sache nur besser. Mit Sicherheit lässt sich auch noch das eine oder andere kleine Hippie-Gitarren-Riff in einem der Songs finden, auch gut, schadet überhaupt nicht, im Gegenteil.
Dass sich die Texte fast ausschließlich um die weibliche Seite des Universums drehen, bei denen mit den Klischees des jeweils anderen Geschlechts jongliert und gespielt wird, ist noch so eine Besonderheit dieser Zitronen-Püppies-Songs. Und ob das dann in bayerisch oder hochdeutsch passiert, ist wirklich völlig egal.
Eine nicht unwichtige Information am Rande: „Bambis Rache“ ist laut Überlieferung ein Ausruf, den der Jäger tätigt, wenn er einen Wilderer auf frischer Tat ertappt. Bei versehentlicher Erlegung dieses Wilderers wird dann bei Gratulation zum Treffer mit „Bambis Dank“ geantwortet. Zurück zu führen sei dieser ganze Ablauf auf die Vermutung der Jägerschaft, dass Bambis Mutter nicht von einem Amtsjäger, sondern von einem Wilderer erschossen wurde. So zumindest wurde uns das von der Band schriftlich mitgeteilt.
Allerdings soll es auch schon den einen oder anderen Rehkitz-Esser gegeben haben, den Bambis Rache in Form einer sehr zähen Keule ereilte.
Zum Schluss noch ein persönlicher Gruß der Band: „Widerspenstig, punkig, selbstironisch, gemixt mit provokanten Brüchen. Man darf sich also
auf Tonträger und auf Konzerte freuen, bei denen nicht nur Musik auf Instrumenten gemacht wird, sondern auch Texte gesungen werden. Unglaublich aber wahr. Ihre Zitronen Püppies.“

www.zitronen-püppies.de


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